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Die Einführungsklasse (EK)
Die Einführungsklasse befindet sich in Nunningen. Die Kinder kommen aus den fünf Kreisgemeinden Nunningen, Zullwil, Meltingen, Fehren und Himmelried mit dem Postauto in die Schule. Die Einführungsklasse ist eine Zweijahrgangsklasse und dauert zwei Jahre lang. Entgegen falscher Meinungen und Vorurteilen ist der Schulstoff identisch mit demjenigen der ersten Primarschulklasse. In der EK haben die Kinder aber zwei Jahre Zeit, um diesen Lernstoff zu erarbeiten.
Die EK besuchen durchschnittlich etwa 10 Kinder. Die Klassengrösse ist bewusst klein gehalten, damit die Lehrkraft genügend Zeit hat, sich mit den individuellen Schwierigkeiten der Kinder zu befassen. Das Ziel ist nämlich, dass die Kinder nach diesen zwei Jahren in die 2. Klasse der Primarschule übertreten können.
Für welche Kinder ist die EK geeignet?
Aus unterschiedlichen Gründen brauchen manche Kinder einen langsameren Schuleinstieg und eine individuellere Betreuung als ihre Alterskameraden.
In den Einführungsklassen sind meistens sehr junge Kinder, sehr temperamentvolle Kinder, sehr ruhige und eher ängstliche Kinder und Kinder mit Entwicklungsrückständen.
Sie haben Schwierigkeiten in einem oder mehreren dieser Bereiche:
Sinneswahrnehmung und Bewegung Greifen, schneiden, sehen, hören, sprechen, Bewegungsabläufe koordinieren Sozialverhalten, Umgang mit anderen Menschen, Umgang mit Gefühlen, sich mitteilen, zuhören, einordnen in der Gruppe Lern- und Arbeitsverhalten, sich selber beschäftigen, organisieren, Selbstvertrauen, Enttäuschungen verarbeiten, Denkvermögen, Konzentrationsfähigkeit, Erkenntnisfähigkeit, rechnerisches Denken, logisches Denken.
Es sind Kinder, bei denen die Kindergärtnerinnen und das Einschulungsteam nach der obligatorischen Kindergartenzeit die Einsicht gewinnen, dass man ihnen den Schuleintritt mit der EK erleichtern will. So kann das Kind ruhig und mit kleinen Schritten in die Schule hineingeführt werden.
Wie arbeiten wir in der EK?
Wir haben viel Zeit zum Erarbeiten und Üben. Wir können in kleineren Schritten und auf vielfältigere Weise lernen. Der Lernstoff wird fühlbar, erlebbar und begreifbar angeboten. Die Lerninhalte sollen sich den Kindern durch verschiedene Kanäle einprägen.
Daneben wird auch geübt, wie es möglich wird still zu sein, einander zuzuhören, aufeinander Rücksicht zu nehmen und einander zu helfen. Wichtig ist dabei, dass die Kinder Regeln einhalten können und bald merken, dass diese Regeln ihnen helfen den Schulalltag zu meistern. Schon bald sind die Kinder in der kleinen und übersichtlichen Gruppe integriert und fühlen sich wohl. Damit ist auch schon eine wesentliche Voraussetzung für gutes Lernen geschaffen. Gelingt dies dem EK – Kind, steht nach zwei Jahren einem Übertritt in die 2. Klasse der Primarschule nichts im Wege. Natürlich ist das nicht immer möglich. Manche Kinder gehen auch nach Breitenbach in die Kleinklasse, in die Sprachheilschule oder in die Sonderschule. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler schon früh ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert werden. Dies vermittelt ihnen auch ein hohes Mass an gutem Selbstwert und viel mehr Zufriedenheit.
Käthi Grolimund, Lehrerin der EK
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