Gästebuch

Geschichte der Schule
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Marianne Dürner Altermatt

Der steinige Weg zur Volksschule

Während in der freien Reichsstadt Solothurn bereits seit dem Jahre 1424 das Stift St.Urs eine Schule führte, dauerte es noch 100 bis 150 Jahre, bis auch auf der Landschaft Schulen errichtet und gefördert wurden. Erst im Zuge der Gegenreformation trieben die Bischöfe gegen Ende des 16. Jahrhunderts den Jugendunterricht voran. Vorrangiges Ziel war es, den alten Glauben wieder zu festigen. Die Landschulen standen unter der Aufsicht des Pfarrers, auf den Unterricht in katholischer Religion wurde höchster Wert gelegt. Unterrichtet wurden zudem Lesen und Schreiben; da und dort wurde auch schon gerechnet und sogar gesungen, allerdings ausschliesslich Lieder für den Gottesdienst. Der Rat zu Solothurn unterstützte die Schulmeister auf der Landschaft bestenfalls mit Almosen, kontrollierte sie jedoch durch die Landgrafen. Da das Schulgeld der Schüler für den Unterhalt der Lehrersfamilien nicht ausreichte, suchten die Schulmeister ihr Einkommen durch die Ausfertigung von Schriftstücken für die Vögte aufzubessern. Vielerorts garantierte die zusätzliche Ausführung des Sigristendienstes dem Lehrer die Existenzsicherung. Viele Schulmeister kamen damals aus den Lateinschulen in Deutschland; einheimische Lehrer gab es in unserer Gegend gar nicht. Spätestens gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde auch in der Vogtei Gilgenberg mit dem Schulunterricht begonnen, und zwar in Oberkirch.

1595 Erstmals wird im alten Jahrzeitbuch Oberkirch ein Schulmeister erwähnt: Johannes Wynzorn. Die Schulmeisterwohnung mit Schulstube steht in der Nähe der Pfarrkirche.

1620 Georg Büttler, Schulmeister aus Zug, unterrichtet die Kinder aus der Vogtei Gilgenberg.

1635 Die Schule ist verwaist. Der Weihbischof weist in seinem Visitationsbericht an den Rat auf die Wichtigkeit des Jugendunterrichts hin.

1642 Der Lehrer zu Oberkirch bittet den Rat zu Solothurn um eine Beigabe, da er in sehr armseligen Verhältnissen lebt.

1645 Ein Elsässer bewirbt sich um die Sigristen- und die Schulmeisterstelle in Oberkirch, welche normalerweise getrennt vergeben werden.

Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges im Jahre 1648 blieben die Wander-Schulmeister aus deutschen Landen aus. Zwar kamen ab und zu ausgebildete Schulmeister aus den eidgenössischen Nachbarständen, mehr und mehr War man aber genötigt, eigene Leute mit den erforderlichen Fähigkeiten anzustellen. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verlotterte das Dorfschulwesen zusehends. Vom Rat in Solothurn war keine Unterstützung zu erwarten, da der Obrigkeit die Bildung auf dem Land nach dem Bauernaufstand von 1653 ein Dorn im Auge war.

1650 Hans Jakob Küeffer, ein Solothurner Stadtburger, übernimmt den Schuldienst in Oberkirch. Auch ihm wird die gut bezahlte Sigristenstelle nicht zugesprochen. Es ist anzunehmen, dass er nebenher seinen andern Beruf, die Wollweberei, ausübt.

1675 Ein Urner, Johann Heinrich Hartmann, bekleidet die Lehrerstelle. Er wird als Schulmeister von Nunningen bezeichnet. Die Vermutung liegt nahe, dass die Schule zum ersten Mal im Dorf selbst geführt wird.

1700 Die Schule ist verwaist. Die Gemeinde beklagt sich über die Folgen.

1704 Der Nunninger Bürger Jakob Hänggi beginnt zu unterrichten. Das Schulgeld der Kinder bleibt seine einzige Einnahmequelle.

1706 Jakob Hänggi will und kann unter diesen Bedingungen nicht weiter lehren. Der Meier und der Gemeindevorsteher von Nunningen bitten um eine Fruchtspende für ihren Schulmeister. Da der Rat diese verweigert, verliert Nunningen seinen Lehrer und bleibt für längere Zeit ohne Schule.

1730 Die Gemeinde überträgt Johannes Hänggi, Gemeinderat und Kirchenmeier, das Schulamt. Wieder fehlt es an einer angemessenen Besoldung.

1732 Ein Gesuch um Unterstützung wird vom Rat abgelehnt. Die Gemeinde hat für die Besoldung selber aufzukommen.

Der Rat in Solothurn begann um 1740, den Dorfschulen nach und nach unter die Arme zu greifen. Weil die Schulmeister mit dem Schulgeld der Schüler ihre Familie nicht ernähren konnten, leisteten an vielen Orten Kirche und Gemeinde Beiträge zum Schullohn. Allmählich wurden diese Beiträge, das sogenannte Fixum, zur Pflicht; der Lehrerlohn setzte sich demnach in der Regel aus dem Fixum und dem Schulgeld zusammen.

1748 Die Schule wird nach Oberkirch in den neuen Anbau des Sigristenhauses verlegt. Lehrer wird Jakob Kilcher, der mit seinem älteren Bruder gemeinsam das Sigristenamt inne hat.

1754 Johann Kilcher, ältester Sohn des Lehrers Jakob Kilcher, bekommt nach dem Tod seines Vaters einen halben Sigristendienst zugesprochen mit der Bedingung, dass er wie sein Vater Schule halten solle.

1760 Nunningen, Zullwil und Meltingen scheinen ohne Wissen des Rates zu Solothurn eigene Schulmeister angestellt zu haben.

Im Zuge der Aufklärung wuchs in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts das Interesse an Erziehungs- und Unterrichtsfragen. Auch der Solothurner Rat sah sich veranlasst, die Hebung des Schulwesens auf der Landschaft ins Auge zu fassen. So bestimmte der Rat 1768, dass alle Kinder von Martini bis Ostern die Schule zu besuchen hätten; es wurden sogar Strafen angedroht. Zum ersten Mal wurde Zwang ausgeübt, um die Jugend regelmässig in die Schulstuben zu bringen. Neu war auch, dass der Rat einen jährlichen Schulbericht verlangte. Die dringend benötigte finanzielle Hilfe blieb jedoch weiterhin aus. Auch für die Ausbildung der Schulmeister wurde vorerst nicht gesorgt.

1769 Die Einwohner wehren sich gegen eine Neuordnung des Schulwesens, die eine «Kreisschule»für die Vogtei Gilgenberg in Oberkirch vorsieht. Sie wollen ihren Lehrer im Dorf behalten.

1774 In Oberkirch unterrichtet Bartholomäus Schmid von Hirschfeld, ein auswärtiger Schulmeister mit guten Zeugnissen, die Kinder der Vogtei im Lesen, Schreiben und sogar Rechnen.

1775 Die Zullwiler schicken ihre Kinder zum Sigristen Jakob Kilcher in die Schule. In Nunningen wird Andreas Diegelmann angestellt. Dieser bittet fünf Jahre später den Rat, die Gemeinde zu einem festen Gehalt zu verpflichten, da immer mehr Eltern das Schulgeld nicht mehr zu zahlen vermögen.

Aus kirchlichen Kreisen wurden schon 1776 Schulreformen angeregt, insbesondere die bessere Ausbildung und finanzielle Besserstellung der Lehrer sowie die Unentgeltlichkeit des Schulbesuchs für Knaben und Mädchen. Vorgeschlagen wurden etwa die Einführung von Lehrerbildungskursen und die Anstellung eines Schulkommissärs. Es dauerte aber noch einige Jahre, bis diese Vorschläge verwirklicht wurden.

1782 wurde im Waisenhaus Solothurn der erste Lehrerbildungskurs abgehalten. Er dauerte fünf Wochen und vermittelte eine neue, verbesserte Lehrart, die sogenannte Normalschule. Zum ersten Mal wurde der Unterricht, der bisher der Willkür jedes einzelnen Schulmeisters überlassen war, kantonal geregelt; konkret wurde ein Lehr- und Lektionsplan aufgestellt. Die neue Methode verlangte Klasseneinteilung und einheitliche Schulbücher. Sie setzte eine entsprechende Ausbildung der künftigen Lehrer voraus. Damit war ein grosser Schritt vorwärts gemacht.

1784 Joseph Kilcher besucht den Lehrerbildungskurs in Solothurn. Die Gemeinde Nunningen schickt auf eigene Kosten den jungen Fridolin Hänggi in den Kurs. Nach acht Wochen erwirbt Hänggi das Patent und führt künftig die Schule, die stets 80 Kinder zählt. Der Unterricht wird nach wie vor in einer gemieteten Stube abgehalten. Das Schulgeld beträgt für jedes Kind zwei Kreuzer pro Woche.

1797 Joseph Kilcher stirbt, und sein Sohn Jakob übernimmt die Führung der Schule in Oberkirch. Er besucht den Lehrerbildungskurs in Solothurn. Die Gemeinden Nunningen und Zullwil können sich nicht dazu überwinden, ein gemeinsames Schulhaus zu bauen, und so bleiben die beiden Dorfschulen in armseligem Zustand vorerst weiter bestehen.

Mit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1798 wurde die bestehende Gesellschaftsordnung in Frage gestellt. Aristokratie und Geistlichkeit verloren ihren bisher dominierenden Einfluss. Die Schule wurde zum politischen Mittel im Sinne von «Volksbildung ist Volksbefreiung». Während in der Stadt Solothurn ein Erziehungsrat zur Überwachung des Schulwesens eingesetzt wurde, verblieb die Schulaufsicht auf dem Land in den Händen der Geistlichen. Im Rahmen einer staatlichen Schulordnung wurde 1803/04 ein Besoldungsminimum für die Lehrer festgelegt; Schulgeld durfte künftig von den Schülern keines mehr erhoben werden.

Das Primarschulgesetz von 1832 brachte die Sommerschule mit zwei halben Tagen Unterricht pro Woche und die Fortsetzungsschulen als Repetierschulen. Die Arbeitsschulen wurden zwar nicht obligatorisch erklärt, waren aber, «wo immer es die Umstände erlauben», einzuführen. Im selben Jahr wurden die Gemeinden beauftragt, Schulkommissionen zu bilden, wobei die Pfarrherren von Amtes wegen Anspruch auf einen Sitz hatten. Diese Schulkommissionen wachten zusammen mit den Bezirksschulbehörden und den Schulinspektoren über die Dorfschulen; die Oberaufsicht oblag dem Kleinen Rat. Nach und nach verloren die Schulen in den Gemeinden ihre Selbständigkeit.

1836 Die Zehntenscheune auf dem Dorfplatz wird zum «schönsten Schulhaus der Amtei» umgebaut. Neben Kleinlützel ist Nunningen damit die einzige thiersteinische Gemeinde mit zwei Schulen. Die beiden Lehrer heissen Jakob Bitterli und Josef Weibel.

1837 Im Bad zu Meltingen beschliessen die Gilgenberger Gemeinden die Errichtung einer Bezirksschule in Oberkirch; der Rat erteilt jedoch keine Bewilligung.

1839 Johann Häner und Josef Alter sind provisorische Unterlehrer in Nunningen.

1847 Die I. Schule wird vom 21jährigen Franz Josef Gasser geführt. Die Klasse zählt 45 Knaben und 38 Mädchen. Sein Kollege Alex Zuber unterrichtet die ebenfalls 83köpfige II. Schule. Magdalena Hänggi unterrichtet in Oberkirch 35 Schülerinnen von Nunningen und Zullwil in Handarbeit.

1855 Die Schulmeister Franz Josef Gasser und Josef Häner unterrichten zusammen 152 Schüler. Das obere Stockwerk des Schulhauses wird zur dritten Schulstubeausgebaut. Die Kosten des Umbaus betragen 4742 Franken und 52 Rappen.

1858 Die Nunninger Schüler können in Breitenbach die neu eröffnete Bezirksschule besuchen.

1870 Der Erziehungsrat empfiehlt der Gemeinde, eine dritte Schule einzurichten. Die Schulkommission scheut die Mehrkosten, weil die grossen Schulden des Kirchenbaus schon arg drücken.

1871 Franz Josef Gasser und Josef Gyr von Laupersdorf unterrichten zusammen 210 Schülerinnen und Schüler.

1872 Ein Legat von 100000 Franken des reichen Lederhändler-Paares Josef und Elisa Hänggi-Hänggi (Läderhänggi junior) aus Solothurn wird nach Josefs Tod an dessen Heimatgemeinde ausbezahlt. Das Geld soll der Schule in Nunningen zukommen.

1874 Endlich bekommt Nunningen seine III. Schule. Die Schüler werden wie folgt aufgeteilt I. Schule (F. J. Gasser): 59 Schüler; II. Schule (A. Luterbacher): 71 Schüler; III. Schule (U. Stebler): 69 Schüler.

Die Reform des Primarschulgesetzes brachte 1873 den Gemeinden die Kompetenz, ihre Lehrer selber zu wählen; der Regierungsrat entschied aber noch über deren Wählbarkeit. Im 1875 revidierten Bezirksschulgesetz wurde die Beschränkung auf eine Bezirksschule pro Bezirk fallengelassen, dafür aber die Regelung eingeführt, dass eine Bezirksschule über mindestens zwei Klassen und zwei Lehrer verfügen müsse. Auch den Mädchen wurde der Eintritt gesetzlich gestattet. Die «körperlichen Übungen» wurden als neues Unterrichtsfach aufgenommen.

1893 Der Verein St.-Josephs-Anstalt in Däniken eröffnet eine Filiale in Nunningen: das Marienheim. Es handelt sich um eine Erziehungsanstalt, welche zum Zwecke hat, arme, verwahrloste Kinder aufzunehmen und ihnen eine sittlich-religiöse und praktische Erziehung zu geben.

1895 Die 16jährige Elise Hänggi nimmt ihre Arbeit an der Arbeitsschule auf. Im Buch «Die Geschichte der Arbeitsschulen der Schweiz» wird sie als «die jüngste je patentierte Arbeitslehrerin der Schweiz» bezeichnet.

1896 Mit dem Bau des heutigen Bezirksschulhauses, der durch das Legat «Läderhänggi» ermöglicht wurde, wird begonnen. Nach dessen Fertigstellung werden die drei Primarschulen einquartiert.

1915 Für den nach 42 Jahren zurücktretenden Lehrer Urs Stebler wird vom Regierungsrat Marie Götin aus Basel eingesetzt. So kommt Nunningen zu seiner ersten Primarlehrerin. Nach einem halben Jahr wird jedoch Lehrer Wiggli zur Wahl vorgeschlagen. . .

1923 Die Bezirksschule Nunningen wird eröffnet. Lehrer sind Erwin Saner und Otto Flury. Die 1. Klasse zählt 36 Schüler, die 2. Klasse deren 10. Diese wird vorläufig im 6,8 Quadratmeter kleinen Gemeinderatszimmer des «neuen» Schulhauses untergebracht. Auf der Primarschulstufe unterrichten die Lehrer Stebler, Häberli und Hersperger.

1927 Wieder liest man nur von männlichen Lehrpersonen: Schätzle, Hersperger, Jeltsch. Albin Fringeli löst Erwin Saner ab, der an die Bezirksschule Breitenbach wechselt.

1933 Endlich wieder eine Primarlehrerin: Klara Köpfer ersetzt den nach Balsthal gewählten Max Schätzle.

1934 Die Lehrer Walter Kämpfer und Willy Kaufmann kommen nach Nunningen.

1940 Für Elise Hänggi, die nach 45 Jahren die Arbeitsschule verlässt, tritt ihre Tochter Mathilde in den Schuldienst ein.

1941 An der Bezirksschule wird Otto Flury von Albin Wyss abgelöst.

1943 Da die Bezirksschule ein zweites grosses Schulzimmer benötigt, muss die Unterschule im alten Schulhaus einquartiert werden. Peter Schaad kommt nach Nunningen.

1944 Hugo Distel übernimmt die Unterschule.

1947 Die IV. Primarschule wird ausgeschrieben, Rosa Hänggi für die I. Schule eingestellt. Im alten Schulhaus wird das Erdgeschoss für die Haushaltungsschule eingerichtet; fortan bleibt den Mädchen der weite Schulweg nach Büsserach erspart.

1952 Die V. Schule wird genehmigt.

1953 Die Gemeindeversammlung bewilligt den Bau eines neuen Schulhauses mit Turnhalle sowie die Renovation des bald 60-jährigen Schulhauses. Ida Hänggi übernimmt die Führung der Haushaltungsschule.

1954 Am Kirchweg wird der neue Kindergarten für Nunningen und Zullwil eröffnet. Geleitet wird er wie zuvor im alten Schulhaus oder im Kreuzsaal von Baldegger Schwestern. Die Nunninger Arbeitslehrerin Frieda Stebler feiert ihr 25Jahr-Dienstjubiläum.

1956 Oskar Huber übernimmt die 3./4. Klasse.

1959 Das neue Primarschulhaus wird mit einer grossen Feier eingeweiht. Die Hauswirtschaftsschule zieht aus dem Untergeschoss des alten Schulhauses ins neue Schulhaus um.

1961 Die zweiklassige Kreissekundarschule Nunningen wird eröffnet. Lehrer ist Oskar Huber. Peter Schaad unterrichtet weiterhin die Abschlussklasse. Theres Hänggi wird an die Arbeitsschule gewählt. Die Primarschule kann mit 6 Klassen geführt werden. .

1963 Heiner Borer übernimmt die 4. Primarschulklasse.

1964 Die Sekundarschule führt die Fünftagewoche ein, wird jedoch vom Erziehungsdepartement zurück gepfiffen .

1965 Der Kindergarten bleibt für zwei Jahre verwaist, bis 1967 die Lehrerin Rosa Hänggi für die Betreuung der Vorschulkinder gewonnen werden kann.

1968 Die Hilfsschule wird in Betrieb genommen, vorläufig noch in Zullwil. Lehrer ist Myron Ackermann.

1969 Nunningen übernimmt die Ferienregelung von Breitenbach. Die Heuetferien weichen längeren Sommerferien und den Sportferien. Mit der Errichtung des Regionalen Progymnasiums vorerst in Breitenbach (später Regionales Gymnasium Laufen) erhalten geeignete Schüler die Möglichkeit, diesen Schultyp in der engeren Region zu besuchen.

Im Jahre 1969 wurden das alte Primarschulgesetz von 1873 und das Bezirksschulgesetz von 1875 durch ein neues Volksschulgesetz abgelöst, das jedem Kind das Recht auf einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Unterricht zuspricht. Die Einwohnergemeinden als Träger der Schulen wurden verpflichtet, jede Schulart zu führen, allenfalls in Schulkreisen. Der Kanton behielt die Schulhoheit. Die Dauer des Schuljahres wurde auf 39 Wochen festgelegt, die Schulpflicht auf neun Jahre erhöht.

1970 Käthi Jeker übernimmt die 3. Primarklasse. Nunningen führt ab 4. Klasse provisorisch den Französischunterricht ein. Die 2. Hilfsschule wird eröffnet. Markus Disler unterrichtet die Klasse vorläufig im alten Schulhaus.

1971 Das Primarschulhaus wird um vier Klassenzimmer - die Pavillons - erweitert. Die Gemeindeversammlung beschliesst die Einführung des 9. Schuljahres an sämtlichen Schultypen.

1972 Die Bezirksschule führt die 3. Klasse ein. Bezirkslehrer sind Albin Wyss, Bruno Käsermann und Alois Joller. Marianne Dürner übernimmt die 1./2. Primarklasse.

1974 Das Kreisschulzentrum March wird fertiggestellt. Neben den Primarschülern von Zullwil und Meltingen werden darin die Ober- und Sekundarschüler des ganzen Schulkreises Gilgenberg unterrichtet.

1975 Auch die Ober- und die Sekundarschule erhalten ihre 3. Klasse. Othmar Altermatt löst an der Bezirksschule Albin Wyss ab.

1977 Die Gemeinde tritt per 1.Januar dem Zweckverband des Bezirks für Musikschulen bei. Ein paar Jahre später können eigens dafür umgebaute Räume im Primarschulhaus zur Verfügung gestellt werden. Die Werkklasse wird ins Leben gerufen; Lehrer ist Michael Rotzler. An die Primarschule werden Edith Häner und Edith Baumann gewählt. Die Verantwortung für den Schulbetrieb im Kindergarten geht vom Caritasverein an die Gemeinde über. Elf Jahre später kann das Gebäude am Kirchweg für 200000 Franken gekauft werden. Als erste Kindergärtnerin mit Solothurner Patent tritt Ursula Bader ihre Stelle an.

1978 Die Schulanlagen in Nunningen werden durch den Bau einer Mehrzweckhalle erweitert.

1982 Mario Altermatt wird an die Primarschule gewählt.

1986 Der Kindergarten wird fortan altersgemischt geführt und muss deshalb vergrössert werden.

Ende der achtziger Jahre wurde der Schulbeginn im Kanton Solothurn auf den Spätsommer verschoben. Ferner trat 1992 nach einer längeren Erprobungsphase ein neuer Lehrplan in Kraft, der unter anderem das gleiche Angebot für Knaben und Mädchen an der Volksschule vorschreibt: Seither werden Mädchen und Knaben gemeinsam im textilen Werken unterrichtet; auf der Oberstufe können sie zudem gemeinsam den Hauswirtschaftskurs besuchen.

1992 Der Kindergarten-Neubau wird feierlich eingeweiht.

1995 Die Nunninger Schulen führen die Fünftagewoche ein, vorerst versuchsweise für zwei Jahre.

Auszug aus dem Dorfbuch Nunningen